Serum 2 vs. Serum 1: Lohnt sich das Upgrade?
Seit ĂŒber einem Jahrzehnt ist Serum der Branchenstandard. Es hat den Sound von Dubstep, Trap und Future Bass geprĂ€gt. Doch jetzt, da Serum 2 endlich da ist, lautet die Frage nicht âIst es gut?â â sondern âBrauche ich es wirklich?â
Wir haben die neue Engine wochenlang bis ins Detail zerlegt, um herauszufinden, ob sie eine echte Revolution oder nur ein neuer Anstrich ist. Hier ist unser Urteil.
1. Unbegrenztes Stapeln von Effekten
Die gröĂte Ănderung am Workflow in Serum 2 ist die Möglichkeit, mehrere Instanzen desselben Effekts zu verwenden. Du bist nicht mehr auf eine Distortion- oder eine Filterinstanz beschrĂ€nkt.
So kannst du Bearbeitungsketten auf Mastering-Niveau erstellen, ohne den Synth zu verlassen:
- Stapele drei verschiedene Distortion-Effekte fĂŒr komplexe Texturen.
- Nutze serielle Kompressionsstufen (Peak-Abfangung -> Glue).
- Erstelle komplexe Feedback-Schleifen mit mehreren Delay-Einheiten.
2. 8 Makros (endlich)
Produzenten wĂŒnschen sich das seit Jahren. Serum 2 verdoppelt die Anzahl der Makros von 4 auf 8.
FĂŒr das Design von Bassmusik ist das entscheidend. Du kannst jetzt eigene Regler fĂŒr FM, Filter-Cutoff, Warp-StĂ€rke und FX-Wet-Anteil festlegen und hast trotzdem noch 4 Makros fĂŒr âGlitchâ-Sequenzen oder Pattern-Wechsel ĂŒbrig.
Auch die Modulationsmatrix wurde visuell ĂŒberarbeitet. Dadurch lĂ€sst sich leichter nachvollziehen, welcher LFO was steuert â ein Lebensretter bei komplexen Patches. (Wenn du sehen möchtest, wie wir diese fĂŒr Live-Auftritte routen, sieh dir den Serum 2 Reloaded-Kurs an.)
3. Spektrale & PZDF-Filterung
Die Filtersektion erhielt mit dem neuen PZDF (Phasing Z-Plane Dual Filter) ein gewaltiges Upgrade. Es ermöglicht XY-Morphing zwischen verschiedenen Filterformen â perfekt fĂŒr organische, sprechende Bassbewegungen.
In Kombination mit den neuen Spectral-Warp-Modi kannst du jetzt Manipulationen im Stil der additiven Synthese durchfĂŒhren und Obertöne mit chirurgischer PrĂ€zision herausarbeiten, noch bevor sie die Effektkette erreichen.
4. Verschachtelte LFO-Modulation
In Serum 1 konntest du die Rate modulieren. In Serum 2 kannst du alles modulieren.
Du kannst jetzt LFO 2 zuweisen, um die Parameter Rise, Delay, Phase und Smooth von LFO 1 zu steuern. Das eröffnet generative Möglichkeiten, die bisher nur modulare Synthesizer boten. Du kannst Bass-Patches erstellen, die sich mit der Zeit weiterentwickeln und ihren Groove sowie ihre Textur automatisch verĂ€ndern, ohne einen einzigen Automationsclip zeichnen zu mĂŒssen.
5. Die Workflow-Updates
- Neuer Browser: Tagging, Suche und Live-Vorschau machen das Finden von Presets zum Kinderspiel.
- Granular-Engine: Du kannst Audio-Samples jetzt in einem eigenen Granularmodus bearbeiten (Ă€hnlich wie in Phase Plant).
- Skalierbarkeit: Die BenutzeroberflÀche basiert vollstÀndig auf Vektorgrafiken und sieht auf 4K-/Retina-Bildschirmen gestochen scharf aus.
Trotz der neuen Engines ist die CPU-Auslastung ĂŒberraschend gut optimiert. Es reagiert genauso schnell wie Serum 1.
| Funktion | Serum 1 | Serum 2 |
|---|---|---|
| Engines | Nur Wavetable | Wavetable, Granular, Spektral |
| Warp-Modi | Einer pro Oszillator | Zwei gleichzeitige Warps |
| Effekt-Stacking | Einer pro Typ | Unbegrenzte Instanzen (CPU-abhÀngig) |
| Makros | 4 Makros | 8 Makros |
| Modulation | Standardmatrix | Verschachtelte LFOs, Chaos, Path |
| Routing | Einfacher Mix | Dual-Bus-/Split-Routing |
| Sequenzer | Keiner | Integrierter Clip-Sequenzer |
Fazit: Brauchst du es?
Wenn du nur gelegentlich produzierst und einfach Presets lÀdst, kannst du wahrscheinlich bei Serum 1 bleiben.
Wenn du jedoch Sounddesigner bist, ist dieses Update unverzichtbar. Allein die Granular-Engine und das Effekt-Stacking machen daraus ein völlig neues Instrument.
Wenn du dir die Lernkurve sparen und direkt durchschlagende BÀsse bauen möchtest, sieh dir unten unser vollstÀndiges Serum 2 Trainingsprotokoll an.